Die VR-Touren

Was ist eine VR-Tour?

                 Entdeckertour – Die selbständige Begehung

                Vortragstour – Eine Live – Führung

                Ein neues Werkzeug für Universitäten

Angebotene VR-Touren

                Tour 1 – August 1939 (Offizielle Fassaden der Reichskanzlei und ihrer Umgebungsbebauung)

                Tour 2 – August 1939 (Inoffizielle Fassaden der Reichskanzlei und Gärten)

                Tour 3 – August 1939 (Große Tour der Außenanlagen)

                Tour 4 – August 1939 (Hinter den Kulissen)

Was ist eine VR-Tour?


Es gibt zwei verschiedene Arten, die Rekonstruktion der Reichskanzlei in einer Tour selbstständig erleben zu können.


Entdeckertour – Die selbständige Begehung

Diese Tourvariante ist momentan nur buchbar für Einzelpersonen oder kleine Gruppen von maximal 4 Personen. Der Besucher hat die Möglichkeit, sich mit Keyboard und Maus selbstständig durch die begehbaren Bereiche des 3D-Modells zu bewegen und dabei seine eigenen Entdeckungen zu machen.  Christoph Neubauer wird das zu Sehende direkt kommentieren und dabei auch Empfehlungen zur Wegführung geben oder auf versteckte Details hinweisen, die es sich lohnt näher zu betrachten.  


Vortragstour – Eine Live – Führung

Die Vortragstour ist auf eine größere Publikumsgruppe zugeschnitten. In dieser Tour wird Christoph Neubauer live durch das 3D-Modell der Reichskanzlei laufen und –  während er dem Publikum so das Gebäude optisch präsentiert- das Livebild mit Hintergrundinformationen zum Gezeigten kommentieren.
Auf Wunsch, abhängig von der Größe der Gruppe, kann das Publikum durch Zwischenfragen auch Einfluss auf das zu Sehende nehmen, indem es Neubauer z.B. darum bittet, bestimmte Baudetails genauer zu betrachten. Es ist dadurch auch möglich, spezielle Räume noch einmal zu betreten und diese mit anderen Räumen zu vergleichen und so spezielle Fragen des Publikums zu beantworten. 
Wenn das Publikum jedoch aus zu vielen Menschen besteht, ist diese Vorgehensweise nicht ratsam. In diesem Fall ist die letzte halbe Stunde der Vortragstour dafür vorgesehen, sich noch einmal auf Fragen aus dem Publikum selbständig zu orientieren und das Gesehene richtig zu interpretieren. Man kann dann das 3D-Modell dazu nutzen, seinem Publikum eigene Erkenntnisse plastisch zu präsentieren. Dadurch ist es dem Vortragenden möglich, spezielle historische oder architektonische Fragestellungen aufzuwerfen und diese durch eine Zeitreise zurück an den Ort des Geschehens zusammen mit seinem Publikum zu beantworten.       


Ein neues Werkzeug für Universitäten

Historikern und anderen ausgewählten Vortragenden ist es möglich, das 3D-Modell Christoph Neubauers zu nutzen, um dadurch ihre Erkenntnisse ihrem Publikum zu präsentieren. Das 3D- Modell ist daher z.B. für Vortragende an einer Universität eine neue Möglichkeit, ihren Studenten ihre Forschungsergebnisse in einer besonderen Plastizität zu vermitteln. Dabei kann des 3D-Modell als eine reine bildliche Illustration innerhalb des Vortrages genutzt werden. Es kann aber auch ein aktives Werkzeug der wissenschaftlichen Forschungsarbeit sein, da es mit einem hohen wissenschaftlichen Anspruch erstellt wurde. So kann es z.B. dazu genutzt werden, Berichte und Behauptungen von Zeitzeugen, die in großer Zahl veröffentlicht wurden, zu bestätigen oder zu widerlegen, und Ereignisse zu beschreiben, die in der Reichskanzlei stattgefunden haben sollen. 
Mit dem für dieses Projekt erschaffenen 3D-Modell ist den Wissenschaftlern ein neues Werkzeug in die Hand gegeben, das für den Forschungsbereich der Geschichte und seiner Untergruppen, der Politik, Kunst, Architektur und des Bauingenieurwesens genutzt werden kann.

Angebotene VR-Touren 

Aktuell werden vier verschiedene Touren angeboten, die innerhalb des 3D-Modells stattfinden, das das Berliner Regierungsviertel und die Reichskanzlei im Bauzustand von August 1939 darstellt.

Die VR-Touren werden von Christoph Neubauer wahlweise in Deutsch oder Englisch angeboten.

Bildbeispiele aus Tour 1

Tour 1 – August 1939 (Offizielle Fassaden der Reichskanzlei und ihrer Umgebungsbebauung)

Diese Tour konzentriert sich auf die Betrachtung der offiziellen Fassaden der Alten und Neuen Reichskanzlei, die an Wilhelmsplatz, Voßstraße und Herrmann- Goering- Straße für die Öffentlichkeit sichtbar waren.
Die Tour beginnt innerhalb des U-Bahneinganges auf dem Wilhelmplatz. Nach dem Hinaustreten auf den Platz sind alle Gebäude sichtbar, die den Wilhelmplatz damals umgaben, inklusive der Platzgestaltung und der Standbilder der Preußischen Generäle.
Der Nutzer hat die Möglichkeit, den gesamten Platz zu begehen und dabei an jedes Gebäude so nah, wie er möchte, heranzutreten, um es im Detail zu betrachten. Sichtbar sind dabei z.B. das Propagandaministerium, die ehemalige US-Botschaft, das Hotel Kaiserhof, das Reichsfinanzministerium und die Reichsbahndirektion. Die Tour geht weiter zur Alten Reichskanzlei in der Wilhelmstraße 77. In diesem historischen Palais befand sich 1939 die sogenannte Führerwohnung. Nach dem Öffnen des Eingangstores an der Wilhelmstraße betritt der Nutzer den Ehrenhof und hat dann die Möglichkeit, diesen zu erkunden. Er kann von hier aus jedes Detail der Fassade des historischen Palais von jedem gewünschten Blickwinkel aus betrachten inklusive der Wehrmachtswache und des Windfangs, der durch den Architekten Albert Speer erbaut wurde. Nach dem Verlassen des Ehrenhofes befindet sich der Tourteilnehmer wieder auf der Wilhelmstraße und läuft nun in südlicher Richtung, vorbei am Erweiterungsbau zur Reichskanzlei, den der Architekt Eduard Jobst Siedler 1928 bis 1930 für die Regierung der Weimarer Republik errichtet hatte.
Als sichtbare nachträgliche Einbauten stechen der Führerbalkon und das neue Doppeltor von Albert Speer aus der sonst sehr schlichten Fassade hervor.
Die Tour geht weiter zum Borsigpalais, welches die Eckbebauung an der Voßstraße bildete und 1939 durch Albert Speer in das Ensemble der Neuen Reichskanzlei integriert wurde.
Der Nutzer kann nun damit beginnen, die Voßstraße in westliche Richtung hinabzulaufen und wird auf seinem Weg neben den Erweiterungsbauten der Reichsbahndirektion auch das Kaufhaus Wertheim und das Palais Mosse passieren. Diese Bauten standen gegenüber der Reichskanzlei auf der südlichen Straßenseite der Voßstraße. Doch da sich die Tour auf die Architektur der Reichskanzlei konzentriert, liegt das Hauptaugenmerk auf der Nordbebauung der Straße. Das Borsigpalais, mit dem 1939 durch Albert Speer neu geschaffenen Eingangsbereich in seinem Hautportal hinter sich lassend, folgt der Tourteilnehmer der markanten Abwinkelung in der Voßstraße und läuft nun bereits entlang des Erweiterungsbaus der Präsidialkanzlei. Am Hauptportal der Präsidialkanzlei angekommen, hat er die Möglichkeit, die Treppen hinauf in das Innere des Portals zu treten. Von hier ermöglicht sich ihm ein besonderer Blick in die Voßstraße. Die Tour führt ihn weiter an dem westlichen Flügel der Präsidialkanzlei entlang, bis er in der Mitte der Voßstraße am Führerbau der Neuen Reichskanzlei ankommt. Er kann nun vom offiziellen Gehweg rechts in den öffentlichen Ehrenhof an der Voßstraße einbiegen und dort die Plattform besichtigen, die zu dem Lastenaufzug gehörte, über den Autos und Lastkraftwagen von der Voßstraße hinab in die Kelleranlagen der Neuen Reichskanzlei befördert wurden. Hier direkt vor der Fassade des Führerbaus hat er zudem die Möglichkeit, über die fünf im Boden integrierten Zugänge zu laufen, die bei Luftangriffen den Einstieg in die öffentlichen Luftschutzräume ermöglichten, welche sich unter dem Führerbau befanden. Bei genauer Betrachtung kann der Tourteilnehmer hier weiterhin die Abdeckungen der Notausstiege des Bunkers erkennen, die bis zu dem öffentlichen Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei heraufreichten. 
Nachdem der Tourteilnehmer weiter in Richtung der Hermann- Goering- Straße geht und den Führerbau hinter sich gelassen hat, läuft er die Fassade des westlichen Verwaltungsbaus der Neuen Reichskanzlei entlang. In diesem Bau war ab 1939 die eigentliche Reichskanzlei untergebracht. Auch hier gibt es wieder die Möglichkeit, die Treppen hinauf in das Innere des Eingangsportals einzutreten um die Details der Portalgestaltung genauer zu betrachten. Von der erhöhten Plattform innerhalb des Portals ergibt sich ein besonders guter Blick über den Zaun des gegenüberliegenden Palais Mosse und somit ein einzigartiger Einblick in den Ehrenhof dieses historisch bedeutenden Palais. 
Von der Voßstraße biegt die Tour nach rechts in die Herrmann- Goering- Straße ab. Im Hintergrund kommen nun der Tiergarten, das Brandenburger Tor und der Reichstag ins Blickfeld und ermöglichen dem Betrachter durch diese heute noch existierenden Gebäude eine räumliche Einordnung der baulichen Situation. Nachdem der Westflügel des Verwaltungsbaus der Reichskanzlei passiert wurde, kommen im Anschluss an diesen die beiden Wohnbauten für die Begleitmannschaften der Reichskanzlei in den Blick. Zu erkennen sind die beiden doppelten Einfahrten in die Tiefgaragen der Reichskanzlei, welche die Wohnbauten flankieren sowie das große Haupttor, das in die beiden Gärten der Reichskanzlei führte.
An dieser Stelle endet die Tour, da für eine weitere Erkundung der Reichskanzlei die Tore zu den Gärten geöffnet werden müssten und damit dann schon der inoffizielle Bereich des Gebäudes betreten werden würde. 

Tourlänge: Ca. 1h + 0,5h für den Fall, dass aus dem Publikum Fragen gestellt werden, für deren Beantwortung es nötig ist, an zuvor gesehene Orte zurückzukehren, um diese Fragen besser beantworten zu können.  

Bildbeispiele aus Tour 2

Tour 2 – August 1939 (Inoffizielle Fassaden der Reichskanzlei und Gärten)

Diese Tour beginnt auf dem Gehsteig der Herrmann- Goering- Straße vor den Wohnbauten der Begleitmannschaften. In der Herrmann- Goering- Straße gab es drei verschiedene Zugänge in den inoffiziellen Außenbereich der Reichskanzlei.
Um dem Tourteilnehmer die Anordnung der verschiedenen Teilbereiche der inneren Höfe und Gärten des Gebäudes möglichst schnell verständlich machen zu können, sollte er das Grundstück durch das südliche Tor betreten. 
Hier, das Wachhaus passierend, kann der Tourteilnehmer die Zufahrtstraße hinablaufen an deren tiefsten Punkt, wo er dann das Tor zur Tiefgarage besichtigen kann. Dem Tor gegenüber lag das Eingangstor in den Hof des westlichen Verwaltungsbaus. Durch dieses Tor erreichte die hauseigene Feuerwehr ihre Garagen im Innenhof der Reichskanzlei.    
Durch das offene Steintor geht die Tour nun weiter, einige Stufen hoch, in den großen Innenhof der Reichskanzlei. Dieser durch eine Mauer vom Garten der Neuen Reichskanzlei abgegrenzte Innenhof diente als Terrasse der großen Kantine der Reichskanzlei. Der Tourteilnehmer hat die Möglichkeit, den gesamten Hof zu erkunden und kann von hier bereits die hohen Bäume im benachbarten Garten der Neuen Reichskanzlei erkennen. Des Weiteren ist der Hof von architektonischem Interesse, da hier die Gartenfassade des Führerbaus an die Gartenfassade des westlichen Verwaltungsbaus angrenzte.
Vom großen Hof geht die Tour weiter über die lange Treppe, hinauf in die Gärten der Wohnhäuser. Es ist dem Tourteilnehmer möglich, die gesamte Gartenanlage selbstständig zu erlaufen und dabei z.B. auch die Oberlichter der Tiefgarage von der Nähe zu betrachten. Wenn der Tourteilnehmer in nördlicher Richtung die gesamte Gartenanlage durchquert, kann er an der niedrigen Begrenzungsmauer einen Blick hinunter werfen, um die Ausfahrt der Tiefgarage zu sehen. Hier sind auch die drei großen Tore der Autowerkstatt zu erkennen.  
Die Tour führt danach wieder zurück in die Mitte der Gartenanlage und die Stufen hinab zu dem breiten Durchgangsweg, der vom großen Tor zwischen den Wohnbauten bis zur östlichen Begrenzungsmauer führte. Von hier geht es weiter durch das Tor in der Mauer, welches nach der Fertigstellung der Bauarbeiten im Garten der Neuen Reichskanzlei als Hauptzugang in diesen genutzt werden sollte. Der Tourteilnehmer betritt nun den Teil des Gartens der Neuen Reichskanzlei, der wegen der stattfindenden Bauarbeiten durch eine hölzerne Sichtschutzwand vom bereits fertiggestellten Garten abgegrenzt war. Von hier eröffnet sich ihm bereits ein guter Blick auf die Gartenfassaden der Neuen Reichskanzlei. Den vorübergehenden Arbeitszugang in den fertiggestellten Bereich des Gartens nutzend, kann der Tourteilnehmer die Tour im fertiggestellten Bereich des Gartens fortsetzen. Er wird die Pergola, das Gewächshaus und die Tür zum Garten des Auswärtigen Amtes in der nördlichen Gartenbegrenzung selbständig begehen und betrachten können. Des Weiteren kann er bis dicht an die Gartenfassaden der Alten Reichskanzlei mit ihren Erweiterungen, dem Festsaal und dem Wintergarten aus dem Jahre 1936 herantreten. 
Jeder Bereich des Gartens ist für den Tourteilnehmer frei zugänglich und selbständig erkundbar, inklusive des Wandelganges vor dem Speisesaal der Neuen Reichskanzlei, der Führerterrasse und des Gartenportales vor dem „Arbeitszimmer des Führers“.
Die Tour endet am großen Brunnen in der Mitte des Gartens. 

Tourlänge: Ca. 1h + 0,5h für den Fall, dass aus dem Publikum Fragen gestellt werden, für deren Beantwortung es nötig ist, an zuvor gesehene Orte zurückzukehren, um diese Fragen besser beantworten zu können.

Tour 3 – August 1939 (Große Tour der Außenanlagen)

Diese Tour kombiniert Tour 1 und Tour 2 in einer zusammenhängenden großen Tour.

Tourlänge: Ca. 2h + 0,5h für den Fall, dass aus dem Publikum Fragen gestellt werden, für deren Beantwortung es nötig ist, an zuvor gesehene Orte zurückzukehren, um diese Fragen besser beantworten zu können.

Bildbeispiele aus Tour 4

Tour 4 – August 1939 (Hinter den Kulissen)

Diese Tour ist zugeschnitten auf ein Publikum, das ein besonderes Interesse an den Innenräumen der Reichskanzlei hat. Viele Innenräume sind bereits in Arbeit, jedoch noch nicht zu 100% fertiggestellt. Entweder fehlen noch Details, wie Türen oder Möbel, oder die 3D-Modelle sind noch nicht texturiert.
Diese Tour ist daher eher geeignet für ein Publikum, das die Innenräume bereits von historischen Fotos kennt, jedoch durch die Tour ein besseres Verständnis für die Anordnung der Räume innerhalb des Gebäudes und ihrer Dimensionen bekommen möchte.
Der aktuelle Arbeitsstand an den 3D-Modellen der einzelnen Räume kann hier verfolgt werden und wird ständig aktualisiert.

Die Tour beginnt auf dem Wilhelmplatz. Von hier wird der Tourteilnehmer durch das große Doppeltor in den inneren Ehrenhof der Reichskanzlei eintreten. Von dort aus hat er die Möglichkeit, durch den Verbindungsgang in der Nordfassade des Ehrenhofes in den kleinen Hof mit der offiziellen Bezeichnung „Eingang zur Führerwohnung“ zu laufen und diesen selbstständig zu erkunden. 
Danach geht die Tour weiter zurück durch den Ehrenhof und hinauf zum Haupteingangsportal. Hier beginnen die inneren offiziellen Repräsentationsräume im Führerbau der Neuen Reichskanzlei. Nach dem Öffnen der großen Tür steht der Tourteilnehmer in der Vorhalle. Von hier kann er das Innere der Reichskanzlei selbstständig erkunden. Dabei kann er unter anderem den Mosaiksaal, den Runden Saal, die Marmorgalerie, den Großen Festsaal, den Kabinettsitzungssaal, die Wandelgänge, das Arbeitszimmer des Führers, den Wartesaal beim Führer und den Speisesaal der Neuen Reichskanzlei besichtigen.  
Vom Speisesaal führt die Tour weiter in den Wandelgang des Speisesaales und von dort durch den Garten der Reichskanzlei zu den Innenräumen der Alten Reichskanzlei, die als Führerwohnung bezeichnet wurden. Der Tourteilnehmer kann den Festsaal, den Wintergarten und den Speisesaal betreten. Über den Ehrenhof der Alten Reichskanzlei kann er anschließend noch das Große Treppenhaus, den Pfeilersaal und Adolf Hitlers ehemaliges Dienstarbeitszimmer im Roten Saal besichtigen. Die Tour endet am großen Panoramafenster des Roten Saales, von dem man einen guten Blick in den Garten der Reichskanzlei haben kann.

Tourlänge: Ca. 2h + 0,5h für den Fall, dass aus dem Publikum Fragen gestellt werden, für deren Beantwortung es nötig ist, an zuvor gesehene Orte zurückzukehren, um diese Fragen besser beantworten zu können.